Die Bananenpflanze – ein Multitalent

 Die Banane ist eine der beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Im Durchschnitt aß 2019 jeder Deutsche 11 Kilogramm Bananen. Eine Banane wiegt ca. 120 g, somit hat jeder Deutsche 95 Bananen im Jahr gegessen. Weißt du, dass die Banane nicht nur ein beliebtest Nahrungsmittel ist? Die Pflanze kann auf verschiedenste Art genutzt werden!

Die Pflanze

Die Bananenpflanze wird schon sehr lange von den Menschen angebaut. Die Pflanze mag warme Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit und Lehmböden. Auf den ersten Blick sieht die Bananenpflanze aus wie ein Baum. Tatsächlich ist sie aber ein Staudengewächs. Die Bananenpflanze hat nicht einen Stamm, sondern mehrere „Scheinstämme“. Diese sind eigentlich Stiele der Bananenblätter. Die Blätter wachsen dicht beieinander und überlappen sich, dadurch sieht es aus als wäre es ein Stamm. Die Bananen selbst bilden sich erst, wenn die Staude voll ausgewachsen ist. Ist die Pflanze in voller Höhe – das kann bis zu 6 Metern sein – bildet sich im Inneren des Scheinstammes der Blütenstand. Daraus entstehen dann „Büschel“ an denen die Früchte wachsen. Diese Büschel bezeichnet man als „Hände“ und die einzelnen Bananen als „Finger“. Eine Hand kann bis zu 20 Fingern haben. Ein Fruchtstand trägt nur einmal Früchte. Danach verfallen sie entweder von selbst oder werden abgeschlagen. Die Pflanze entwickelt danach neue Schösslinge. Die gezüchteten Bananen, die wir kennen haben keine Samen mehr, deswegen kann sich die Pflanze nur über ihre Schösslinge vermehren.

Bananen als Nahrungsmittel

Die Banane, die wir als Obst essen, ist nur eine von vielen Sorten auf der Welt. Was wir kennen gehört zur Kategorie „Dessertbanane“. Diese Früchte sind süß, sättigend und mehlig. In vielen anderen Ländern in Mittel- und Südamerika, West- und Zentralafrika, Südostasien, den Inseln von Ozeanien und der Karibik ist die sogenannte Kochbanane ein Grundnahrungsmittel. Kochbananen enthalten mehr Stärke und weniger Zucker als Dessertbananen. Sie sind sie deutlich größer und können vielfältig verarbeitet werden: Sie werden gekocht, gebraten, gebacken und frittiert. Sie sind Sättigungsbeilage, in Suppen, werden weiterverarbeitet zu Mehl oder sie sind eine Ketchup-Alternative. Du siehst, Kochbananen sind sehr vielseitig zu verwenden. Sie ist in anderen Ländern so beliebt, wie bei uns die Kartoffel. Kochbananen sind hier noch relativ unbekannt. Wenn du sie mal probieren möchtest, zu kaufen gibt es Kochbananen in Feinkostläden oder im Internet.

Bananenfasern

Fasern, Stoffe und Papier

Außer der Frucht wird auch die Bananenpflanze selbst verarbeitet. Jeder Fruchtstand trägt nur einmal Früchte. Nach der Ernte werden sie abgeschlagen, damit ein neuer nachwachsen kann. Früher wurden die abgeschlagenen Stände einfach als Müll weggeworfen oder verbrannt. Inzwischen sieht man mehr und mehr diese „Stämme“ als Rohstoff. Die Weiterverarbeitung hat durch die „Nachhaltigkeit“ neuen Schwung bekommen. Die abgeschlagenen Scheinstämme enthalten Fasern. Heute werden neue Methoden entwickelt um diese Bananenfasern zu gewinnen. Traditionell werden sie mit der Hand ausgeschabt. Inzwischen gibt es auch schon Maschinen, die das übernehmen. Die Fasern werden miteinander verflochten und zum Trocknen aufgehangen. Wenn sie getrocknet sind, können die Bananenfasern gewebt werden. Daraus gewinnt man Stoff. Verschiedene Bearbeitungsverfahren bringen unterschiedliche Bananen-Stoffe. Aus rauen und steifen Stoffen werden zum Beispiel Teppiche oder Rücksäcke hergestellt. Weiche und anschmiegsame Stoffe – die sogenannte Bananenseide – werden zu Kleidung verarbeitet.

Ganz zum Schluss bleibt nur noch die Rinde übrig. Diese wird zu Papier verarbeitet. An der Rinde befinden sich noch letzte Reste von Bananenfaser. Die Rinde wird in der Sonne getrocknet und anschließend gekocht. So gewinnt man Zellulose. Zellulose ist ein pflanzlicher Stoff, aus dem herkömmliches Papier hergestellt wird. Die ausgekochte Zellulose wird mit einem Sieb abgeschöpft. Dafür gibt es viereckige Siebe in Blatt-Format. Nach dem Sieben wird das Wasser aus der Zellulose herausgepresst. Dann wird das Papier getrocknet. Je nachdem, wie dick das Bananenpapier ist, kann es unterschiedlich genutzt werden. Aus dünnem Papier macht man Schreibpapier, Bastelbögen oder Bücher. Dickes Bananenpapier wird zu Grußkarten oder Geldbörsen verarbeitet.

Bilder: blühende Bananenpflante, Fasern aus Bananen, Gewebtes aus Bananenfasern (von oben nach unten)

Fazit: Bananen sind lecker und auch anderweitig nützlich!

Gewebtes aus Bananenern