Das Erwachen der Natur

Wer ist zuerst wach?

Der Winter hält sich noch mit kaltem Wind und frostigen Nächten. Aber während wir noch in den Winterjacken stecken, drückt die Natur schon auf den „Start“-Knopf. Wer erwacht im Frühling als erstes?

Hoch oben starten die Vielflieger

Weit über unseren Köpfen tauchen sie auf: große Vögel mit langen Flügeln. Der Kranich gehört oft zu den Frühstartern. Manche von ihnen kommen schon sehr zeitig zurück und beginnen sofort mit ihren berühmten Balztänzen. Wer zuerst da ist, bekommt schließlich den besten Platz fürs Nest! Auch der Weißstorch kehrt aus warmen Gegenden wie Spanien oder Afrika zurück. Andere Zugvögel wie der Kuckuck treffen meist etwas später ein.

Und die Vögel, die hiergeblieben sind? Die Blaumeise beginnt oft schon sehr früh im Jahr mit dem Werben um einen Partner. Die Männchen singen, hüpfen und zeigen ihr schönstes Federkleid.

Krabbelnde und hüpfende Frühaufsteher

Nicht nur Vögel werden aktiv. Sobald es tagsüber milder wird und es nachts nicht mehr richtig friert, machen sich Amphibien auf den Weg. Kröten und Frösche wandern zu genau dem Teich zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Auf dem Weg dorthin müssen sie oft Straßen überqueren. Damit sie sicher ankommen, bauen Helfer kleine Zäune und tragen die Tiere in Eimern über die Fahrbahn. So können sie ihre Eier im Wasser ablegen und das nächste Froschkonzert vorbereiten.

Summen, Flattern, Brummen

Auch bei den Insekten summt es wieder. Hummelköniginnen brummen schon früh durch die Luft. Und drei bunte Schmetterlinge zeigen oft als Erste ihre Flügel: das Tagpfauenauge, der Kleiner Fuchs und der Zitronenfalter.

Aufgewacht aus dem Winterschlaf

Einige Tiere haben den Winter komplett verschlafen. Igel, Fledermäuse und Siebenschläfer wachen erst auf, wenn es wirklich wärmer wird. Dann heißt es: dringend Futter suchen! Eichhörnchen waren dagegen nie ganz weg. Sie dösen viel, buddeln aber zwischendurch ihre versteckten Nüsse aus. Im Frühling werden sie wieder richtig munter.

Frühling rund um den Globus

Während bei uns Knospen aufspringen und Vögel singen, läuft das Naturprogramm in anderen Teilen der Welt ganz anders ab. Jahreszeiten sind nämlich nicht überall gleich. An der Westküste Nordamerikas beginnen die Grauwal ihre gewaltige Reise nach Norden. Tausende Kilometer schwimmen sie bis in kalte arktische Gewässer, wo sie den Sommer verbringen. Und in Ostafrika setzt nun die Regenzeit ein. Genau dann startet auch die berühmte Wanderung riesiger Gnu-Herden. Hunderttausende Tiere ziehen weiter auf der Suche nach frischem Gras.

Wer ist nun zuerst wach?

Eine einzige richtige Antwort gibt es nicht. Das Frühlingsrennen hat viele Sieger: Die mutigen Kraniche, die robusten Hummeln, die flatternden Schmetterlinge, die wandernden Amphibien und die erwachenden Winterschläfer. Jeden Tag kommt jemand Neues dazu.

Wenn ihr genau hinschaut und -hört, könnt ihr dieses Naturkonzert miterleben: ein erstes Zwitschern, ein Summen, ein Rascheln im Laub. Und vielleicht entdeckt ihr ja selbst, wer in eurer Umgebung als Erstes wach ist. 🌱

 

Quellen:
https://unsplash.com/de/fotos/brauner-hirsch-mdSz_AY5Hi8
https://herz-fuer-tiere.de/wildlife/wissen/tiere-im-fruehling
https://www.logo.de/fruehlingsbeginn-tiere-100.html
https://www.main-echo.de/magazine/mami-papi-ich/tiere/stoerche-sind-dem-fruehling-voraus-art-8675610