Hut ab, Cowboy!
Der Morgen beginnt, bevor die Sonne aufgeht
Wir sind in Texas, Nordamerika. Um fünf Uhr morgens klingelt der Wecker von Jake. Draußen ist es noch dunkel, die Luft riecht nach Gras und feuchter Erde. Jake zieht seine Stiefel an, die Boots mit der Spitze, die so geformt sind, dass er im Notfall schnell aus dem Steigbügel schlüpfen kann, und greift nach seinem Hut. Der schützt ihn nicht nur vor der prallen Sonne, sondern hat ihn schon manchmal auch als improvisiertes Trinkgefäß gerettet. Dann geht’s los. Denn Jake ist Cowboy. Und sein Tag hat erst begonnen.
Wie im Film
Viele von uns kennen Cowboys aus alten Westernfilmen: Mutige Einzelgänger, die einsam durch die endlose Prärie reiten, das Lasso schwingen und Abendeuer erleben. Und wisst ihr was? Ein bisschen davon stimmt sogar. Jake reitet tatsächlich auf einem Pferd, benutzt ein Lasso und kümmert sich um eine große Rinderherde. Aber er hat auch ein GPS-Gerät in der Tasche und fährt manchmal mit dem Quad durch das weitläufige Gelände seiner Ranch.
Cowboys gibt es wirklich noch, und sie machen im Grunde heute dasselbe wie vor 200 Jahre: Sie sorgen für Rinder, von der Geburt der Kälber bis zu dem Moment, wenn die Tiere zum Markt gebracht werden.
Das ganze Jahr über alle Hände voll zu tun
Jakes Arbeit folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten.
❄️ Im Winter muss er sicherstellen, dass die trächtigen Kühe genug fressen und Zugang zu Wasser haben.
🌸 Wenn die Kälber im Frühling zur Welt kommen, hilft er bei der Geburt, impft die Kleinen gegen Krankheiten und stutzt ihre Hörner.
☀️ Im Sommer treibt er die Herde auf kühle, grasreiche Weiden in höhere Lagen.
🍁 Im Herbst kommen die Tiere wieder zurück ins Tal.
Dazwischen gibt es immer etwas zu reparieren: ein Tor, eine Wasserleitung, ein Zaun. Jake braucht dafür ständig Werkzeug.
Gefährlich? Ja, ein bisschen
Jake hat sich im Laufe der Jahre schon beide Schultern gebrochen, das Schlüsselbein, das Knie, und eine Narbe im Gesicht stammt von einem unruhigen Pferd. Und hin und wieder begegnet er auf dem Land Wildschweinen, Kojoten oder Klapperschlangen. Aber Jake sagt: „Das gehört dazu.“ Cowboys brauchen echtes Können, das man nicht in ein paar Jahren lernt. Das ist eine Arbeit fürs ganze Leben, man muss mit dem Herzen dabei sein.
Cowboy oder Cowgirl – oder beides?
Wenn Jake von seinen Kolleginnen auf der Ranch spricht, nennt er sie ebenfalls Cowboy. Denn der Begriff gilt in der Landwirtschaft für Männer und Frauen gleichermaßen. Viele Frauen bevorzugen die Bezeichnung sogar, manche nennen sich aber auch „Cowboygirls“ oder „Frauen, die als Cowboys arbeiten“. Wie man sich nennt, hängt am Ende davon ab, wo man lebt und was man selbst mag.
Freiheit – Kein Klischee, sondern Realität
Am Ende des Tages, wenn Jake allein mit seinem Pferd durch die weite Ebene reitet und der Wind um ihn pfeift, kein Auto in Sicht, kein Radio, nur die Stille der Natur. Dann versteht er selbst, warum Menschen auf der ganzen Welt vom Leben als Cowboy träumen.
Quellen: https://unsplash.com/de/fotos/kind-tagsuber-am-zaun-UxEgY6QBSts https://www.sueddeutsche.de/service/beruf-cowboy-nur-du-und-dein-pferd-1.1470892 https://www.kakadu.de/kinderfrage-ist-cowboy-ein-beruf-100.html https://www.lazyt.com/blogs/journal/life-on-the-ranch-what-it-means-to-be-a-cowboy-in-todays-world?srsltid=AfmBOopRkLzok5P_JdjFmj3Jv0XkDcLPlEZabjWId60jIoBbkUXkAo9C https://common.usembassy.gov/wp-content/uploads/sites/32/2016/03/Modern-Cowboy-Maintains-Many-Traditions_English_508.pdf https://blog.txfb-ins.com/how-to-be-a-cowboy/
