Eine scharfe Knolle

„Hat sieben Häute, beißt alle Leute“ – dieses Rätsel kennst du und auch die Lösung – die Zwiebel. Das Rätsel bescreibt das auffallendste Merkmal der Zwiebel: vielhäutig und scharf!

Die Zwiebel ist sehr alt: Schon im alten Ägypten wurde sie als Opfergabe und als Grabbeigabe genutzt. Sie war sogar Zahlungsmittel für die Bauarbeiter der Pyramiden. Im alten Rom war die Zwiebel Grundnahrungsmittel für die Ärmeren und Legionäre. Durch Eroberungskriege kam die Zwiebel nach Mitteleuropa. Sie fehlte damals auf keiner Tafel. Sie war bei Arm und Reich gleichermaßen bekannt und beliebt. Ab dem 15. Jahrhundert begann man in Holland mit dem Züchten verschiedener Sorten. Mittlerweile gehört die Zwiebel zu den sortenreichsten Kulturpflanzen.

Die Zwiebel kennt jeder: Es gibt rot- und weißfleischige, scharfe und milde Gemüsezwiebeln. Am besten gedeiht die Zwiebel auf sandigen Böden. Sie liebt es trocken und sonnig. Es gibt Sommer- und Winterzwiebeln. Die Sommerzwiebeln werden im zeitigen Frühjahr gesät oder gesteckt und sind im August bis Oktober erntereif. Sie sind von fest und gut lagerbar. Die  Winterzwiebeln kommen im August in die Erde und können im Frühjahr geerntet werden. Diese Zwiebeln sind saftiger und milder. Im Herbst, nach der Ernte der Sommerzwiebeln, gibt es in vielen Orten einen Zwiebelmarkt. Hier Zwiebeln in ihrer ganzen Vielfalt angeboten – als Herbstdekoration ist der Zwiebelzopf sehr beliebt.

Der Name Zwiebel stammt vom Lateinischen ”capula” (Köpfchen) ab. Über das althochdeutsche Wort Zwibolle wurde dann die Zwiebel. Sie gehört zur Gattung der Lauchgewächse und zur Familie der Amaryllengewächse.

Zwiebeln sind sehr gesund: Wir essen die Zwiebel roh, gedünstet, gebraten und gekocht zu Fleisch, Fisch, Gemüse, Salat oder pur. Trotz der unangenehmen Begleiterscheinungen beim Schneiden dürfen Zwiebeln nicht auf dem Speiseplan fehlen. Sie enthalten sehr viele Vitamine und Mineralstoffe. Das in der Zwiebel enthaltene Propanthialoxid wirkt auf unsere Schleimhäute desinfizierend. Die Zwiebel beugt Infektionen vor. Heilend wirkt sie bei Husten und Schnupfen, ist appetitanregend und verdauungsfördernd. Sie enthalten gesundheitsfördernde Flavonoide. Diese unterdrücken das Wachstum von Viren, Bakterien und Pilzen und senken das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen. Ein wahres Multitalent!

Warum muss man beim Zwiebeln schneiden weinen?

Durch das Schneiden werden die Zellen der Zwiebeln zerstört. Dadurch kommt das im Inneren befindliche Enzym Alliinase in Kontakt mit der schwefelhaltigen Aminosäure Iso-Alliin. Das Enzym spaltet die Aminosäure in das reizende Propanthialoxid. Dieses verdunstet und gelangt in die Augen und reizt sie. Damit die Substanz aus unseren Augen rauskommt, werden die Tränendrüsen aktiv.

Tipps, damit die Tränen nicht fließen

  • Zwiebeln, Schneidbrett und Messer anfeuchten
  • Herdabzug kann die beißenden Dämpfe aus der Luft entfernen.
  • Den Kopf nicht über die Arbeitsfläche beugen. Das geht am besten im Sitzen.
  • Wenn man die Zwiebel vor dem Schneiden in den Kühlschrank legt, sinkt die Aktivität des Enzyms und die Menge des verdampfenden Reizstoffs.
  • Wem das noch nicht reicht, der kann die Augen mit einer Schwimmbrille oder Tauchermaske schützen 😉

Zum Ausmalen!