Bei Oma schmeckt das Essen irgendwie immer am besten. Sie kennt die spannendsten Geschichten und weiß immer einen Rat. Für viele von uns sind Großeltern etwas ganz Besonderes. Aber gilt das eigentlich nur für uns Menschen? Oder gibt es auch in der Tierwelt Omas und Opas, die Zeit mit ihren Enkeln verbringen?
Gibt es bei Tieren überhaupt Omas?
Bei uns Menschen gehören Omas und Opas ganz selbstverständlich zur Familie. Im Tierreich ist das ganz anders. Bei den meisten Tierarten gibt es gar keine Großeltern mehr, wenn ein Jungtier geboren wird. Viele Tiere sterben, sobald sie keine Jungen mehr bekommen können. Für die Natur zählt oft nur: Wer kann Nachwuchs bekommen?
Deshalb sind Tier-Omas echte Ausnahmen.
Seltene Tier-Omas
Nur ganz wenige Tiere leben lange weiter, obwohl sie keine Kinder mehr bekommen. Genau genommen gibt es nur zwei Arten, bei denen das so ist: Menschen und Orcas.
Orca-Weibchen können fast 100 Jahre alt werden. Forschende haben beobachtet, dass Orca-Omas ihre Gruppe anführen, besonders dann, wenn es schwierig wird. Sie wissen, wo es Futter gibt, wie man clever jagt und welche Routen sicher sind.
Mit Orca-Oma lebt man länger
Eine große Studie mit hunderten Orcas zeigte: Junge Wale überleben häufiger, wenn ihre Oma in der Gruppe lebt. Besonders stark war der Effekt, wenn die Oma sich ganz auf die Enkel konzentrieren konnte. Erfahrung ist hier Gold wert.
Elefanten hören auf die Älteste
Auch Elefanten haben starke Großmütter. In ihren Herden führt meist das älteste Weibchen die Gruppe an. Sie weiß, wo es in Dürrezeiten Wasser gibt und welche Wege gefährlich sind. Diese Erfahrung kann den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.
Und die anderen Tiere?
Bei manchen Tieren helfen ältere Weibchen ebenfalls mit, zum Beispiel bei bestimmten Affenarten oder bei Pottwalen, wo Omas auf die Jungen aufpassen, während die Mütter tief tauchen.
Aber viele Tiere leben anders:
- Manche sind Einzelgänger wie Jaguare oder Schildkröten
- Andere leben in großen Gruppen, ohne genau zu wissen, wer wessen Oma ist, zum Beispiel Pinguine.
Ein richtiges „Oma besuchen“, so wie wir es kennen, gibt es aber bei keiner Tierart.
Tier-Großmütter sind keine Kuchenbäckerinnen und Geschichtenerzählerinnen. Aber sie sind Lehrerinnen, Wegweiserinnen und Beschützerinnen. Ihre Erfahrung hilft der ganzen Familie, Gefahren zu vermeiden, Futter zu finden und zu überleben.
Aber Moment: Was ist eigentlich mit Tier-Opas?
Bei den meisten Arten spielen männliche Tiere kaum eine Rolle bei der Aufzucht, sie kümmern sich selten um ihre Kinder – geschweige denn um die Enkel.
Quellen: https://www.sueddeutsche.de/wissen/zoologie-oma-sei-dank-1.2824874 https://www.livescience.com/64951-do-any-animals-know-grandparents.html https://unsplash.com/de/fotos/ein-paar-orcas-die-in-einem-gewasser-schwimmen-qM9tSt_5orU https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/omas-im-tierreich-grossmutter-effekt-bei-orcas https://www.wwf.de/junior/tiere/tiere-entdecken/tierfamilien
