Alarm in der Antarktis: Kaiserpinguine stehen auf der Roten Liste
Sie sind ziemlich groß, watscheln über Eis und sind immer schick angezogen. Wer könnte das sein?
Na klar, Kaiserpinguine! Sie sind die größten Pinguine der Welt, bis zu 1,20 Meter groß, und echte Überlebenskünstler. Temperaturen von minus 50 Grad Celsius? Kein Problem! Tauchen bis in 550 Meter Tiefe? Läuft! Doch ausgerechnet eine Gefahr, die viel zu leise daherkommt, bringt sie jetzt in ernste Schwierigkeiten: der Klimawandel. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat die Kaiserpinguine deshalb auf ihrer Roten Liste hochgestuft. Sie gelten nun offiziell als stark gefährdet.
Eis ist alles
Für Kaiserpinguine ist Eis kein nettes Extra, sondern eine Frage des Überlebens. Sie brüten auf Ankereis, also Eis, das fest mit der Küste oder dem Meeresgrund verbunden ist. Dort wachsen die Küken auf, und die Erwachsenen mausern ihr Gefieder. Doch genau dieses Eis schmilz durch die steigenden Temperaturen immer früher im Jahr. Damit zieht der Klimawandeln den Pinguinen den Boden unter den Füßen weg.
Die Zahlen sind erschreckend. Im Februar 2023 erreichte das Meereis in der Antarktis seinen niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Kein Wunder also, dass manche Kolonien im Westen der Antarktis in nur 15 Jahren viel kleiner geworden sind, so als ob von 5 Pinguinen einer plötzlich fehlt.
Wie zählt man Pinguine?
Aber wie weiß man überhaupt, wie viele Pinguine es noch gibt? Früher mussten Forschende selbst durch die riesige Kolonien stapfen und die Tiere einzeln zählen Heute helfen Drohnen: Sie fliegen automatisch über Kolonien, machen Tausende Fotos und setzen diese zu einem riesigen Gesamtbild zusammen. Dabei schauen die Forschenden gar nicht auf einzelne Pinguine, sondern auf ihre Nester. Ein Nest steht verlässlich für ein Brutpaar. Derzeit leben noch rund eine halbe Millionen Kaiserpinguine in der Arktis.
Was jetzt getan werden muss
Die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät! Organisationen wie der WWF fordern, dass die Welt ihre Treibhausgase schnell und entschieden reduziert, denn nur so lässt sich das Eis der Antarktis langfristig retten. Außerdem soll der Kaiserpinguin beim nächsten Treffen der Antarktis-Vertragsstaaten als besonders geschützte Art anerkannt werden. Das würde die Tiere zusätzlich vor Einflüssen wie Schiffsverkehr und Tourismus schützen.
Übrigens: Nicht nur die Kaiserpinguine sind betroffen. Auch der Antarktische Seebär gilt inzwischen als gefährdet, weil der Krill, seine Hauptnahrung, wegen wärmerer Meere immer tiefer abtaucht. Wer noch mehr darüber erfahren möchte, wie der Klimawandel Eisbewohner bedroht, schaut am besten auch in unseren Artikel über Eisbären.
Quellen: https://www.zdfheute.de/wissen/antarktis-pinguine-klimawandel-100.html https://unsplash.com/de/fotos/zwei-pinguine-tagsuber-am-meeresufer-Y-nyDv3TWm0 https://www.wwf.at/dramatischer-rueckgang-kaiserpinguine-jetzt-stark-gefaehrdet-wwf-fordert-raschen-klimaschutz/ https://www.zdfheute.de/wissen/kaiserpinguin-lebensraum-antarktis-klimawandel-eis-rote-liste-100.html https://www.geo.de/natur/tierwelt/der-kaiserpinguin-gilt-jetzt-als-stark-gefaehrdete-art-37297370.html https://oceanwide-expeditions.com/de/aktivitaten/tierwelt/kaiserpinguin?srsltid=AfmBOorTb9RPxsoC2SI2f-A2ZnoiBvrEbehJvBKMXuDDv0vHGTos2wAv https://www.tagesschau.de/wissen/umweltschutz-klimawandel-kaiserpinguin-bedroht-100.html
