Sonne, Wind und Wasser kennt ihr bestimmt. Die drei großen Stars der erneuerbaren Energien. Aber was wäre, wenn man Strom ganz einfach beim Laufen erzeugen könnte? Einfach so, mit den eigenen Füßen. Das gibt es tatsächlich schon!
Schritt für Schritt zum Strom
Tüftler und Ingenieurinnen haben Bodenplatten entwickelt, die Bewegungsenergie in Strom umwandeln. Das Prinzip ist überraschend simpel: Die Platten liegen auf kleinen Generatoren. Sobald jemand drauftritt, gibt die Platte ein paar Millimeter nach. Diese winzige Bewegung reicht aus, um in dem Generator darunter elektrischen Strom zu erzeugen. Der wird dann in einem Akku gespeichert und kann zum Beispiel Lampen oder kleine Displays zum Leuchten bringen.
Je schwerer jemand ist oder je kräftiger aufgestampft ist, desto mehr Strom entsteht. Wer springt, erzeugt sogar das Vierfache im Vergleich zum normalen Gehen. Also: Hüpfen für die Wissenschaft!
Wie funktioniert das genau?
Es gibt zwei Wege, wie Schritte Strom erzeugen. Die erste Möglichkeit heißt elektromagnetische Induktion: Wenn sich eine Platte beim Drauftreten nach unten bewegt, wandern winzige Magnete an Drahtspulen vorbei. Diese Bewegung erzeugt elektrischen Strom, ähnlich wie beim Fahrrad-Dynamo, nur viel kleiner.
Den zweiten Weg kennt man aus der Physik: Mit sogenannten piezoelektrischen Materialien. Das sind besondere Kristalle, die unter Druck von selbst elektrische Ladung abgeben. Im Bahnhof Tokio wurden solche Platten schon eingebaut, mitten im Getümmel der Reisenden.
Wo laufen schon Menschen auf Strom-Platten?
Ein Londoner Startup hat solche Platten schon an über 200 Orten weltweit verlegt: In Einkaufszentren, auf belebten Straßen und in Bahnhöfen. Auch in einem Club in Rotterdam tanzen die Menschen buchstäblich für den Strom. Die Tanzfläche erzeugt Energie für die Beleuchtung und das DJ-Pult. Und sogar die Band Coldplay hat bei ihren Konzerten kinetische Fliesen im Publikumsbereich eingesetzt. Tanzende Fans halfen dabei, die Show mit Energie zu versorgen.
Wie viel Strom bringt ein Schritt wirklich?
Den ganzen Strombedarf einer Stadt werden die Bodenplatten aber nicht decken. Vier Stunden Laufen auf solchen Platten würden gerade mal einen winzigen Bruchteil des täglichen Energiebedarfs eines Menschen erzeugen. Für die großen Probleme braucht es also weiterhin erneuerbare Energien aus Wind, Wasser und Sonne.
Dafür haben die Platten noch eine andere Fähigkeit. Sie messen, wie viele Menschen an einem Ort vorbeikommen und wie viele Energie dabei entsteht. Diese Daten helfen Städten dabei, ihren Verkehr besser zu planen.
Jeder Schritt zählt!
Wer hätte gedacht, dass die Sohle eures Turnschuhs eines Tages Strom erzeugen kann? Vielleicht habt ihr ja selbst eine außergewöhnliche Idee, wie man Energie aus dem Alltag gewinnen könnte. Denn die besten Erfindungen fangen meistens mit der Frage an: „Was wäre, wenn …?“
Quellen:
https://www.deutschlandfunk.de/strom-aus-dem-fussboden-wenn-jeder-schritt-energie-erzeugt-100.html https://www.swd-ag.de/magazin/innovationskraft/alternative-wege-strom-zu-erzeugen/ https://unsplash.com/de/fotos/junge-in-blau-weissem-langarmhemd-und-blauer-jeans-springt-auf-grauem-beton-77Rcl00a-d0 https://www.theguardian.com/music/2022/oct/10/hot-moves-how-a-glasgow-venue-harvests-heat-from-dancers https://nef.org.uk/kinetic-flooring-steps-in-the-right-direction/ https://www.linkedin.com/posts/david-rhotert-51228192_tanzend-energie-erzeugen-wie-beim-coldplay-konzert-activity-7288110761690718208-ECnw/?originalSubdomain=de https://www.agrarheute.com/energie/neue-energiequelle-tueftler-erfindet-bodenplatten-strom-erzeugen-614842
