Warum reiten wir auf Pferden?

Hast du dich schon einmal gefragt, warum Cowboys fast immer auf Pferden reiten? Warum mongolische Krieger blitzschnell über die Steppe galoppierten? Und die berühmten Krieger aus Persien oder Griechenland. Die saßen ebenfalls auf Pferden!

Aber Moment mal: Diese Menschen lebten weit voneinander entfernt, zu unterschiedlichen Zeiten und kannten sich gar nicht. Warum haben sie dann alle dasselbe Tier zum Reiten genutzt?

Gemeinsam entdecken wir, wie Pferde die Welt verändert haben und welche anderen Tiere den Menschen ebenfalls geholfen haben, von A nach B zu kommen.

Die ersten Menschen, die Pferde zähmten

Vor etwa 5.500 Jahren begann der Mensch, Pferde zu zähmen. Und zwar die Kultur der Jamnaja. Sie lebten in den großen Graslandschaften, den Steppen, im heutigen Südwest-Russland, Bulgarien und Rumänien. Diese weiten, offenen Landschaften waren perfekt für Pferde: viel Platz zum Rennen und genug Gras zum Fressen. Am Anfang war das Reiten gar nicht so einfach: Die ersten Pferde waren wild und schwer zu bändigen, und Sättel oder Zügel gab es noch nicht.

Von diesen Steppen aus verbreiteten sich Pferde Schritt für Schritt in andere Regionen. Händler, Krieger und Reisende nahmen die Tiere mit. So kamen Pferde nach Europa, nach China und in Teile des Nahen Ostens.

 

Wie Pferde die Welt veränderten

Mit Pferden wurde die Welt für die Menschen plötzlich kleiner. Händler konnten viel weiter reisen und ihre Waren an Orte bringen, die früher unerreichbar schienen. Nachrichten und Geschichten verbreiteten sich schneller, und sogar Sprachen kamen so leichter von einem Ort zum anderen. Auf dem Feld halfen Pferde beim Pflügen, sodass die Menschen mehr Nahrung anbauen konnten.

Auch in Kämpfen spielten Pferde eine entscheidende Rolle. Ein Reiter auf einem schnellen Pferd war flink, konnte Gegner überraschen und oft entscheidend gewinnen.

Selbst noch vor 100 Jahren waren Pferde in großen Städten wie New York, London oder Paris unverzichtbar. Sie zogen Kutschen, transportierten schwere Waren und machten den Alltag für die Menschen einfacher, und das alles lange bevor Autos und Lastwagen erfunden wurden.

Hatten wirklich alle Pferde?

Nein! Viele Kulturen lebten lange Zeit ganz ohne Pferde und kamen trotzdem gut zurecht.

  • In Amerika (vor der Ankunft der Europäer) gingen Menschen zu Fuß oder nutzten Kanus. Hunde halfen beim Ziehen von Lasten. Pferde kamen dort erst später an.
  • In den Anden nutzten die Inka Lamas als Lasttiere, ritten aber nicht auf ihnen.
  • In Indien waren Elefanten besonders wichtig, vor allem im Krieg.
  • In Wüstenregionen waren Kamele viel besser geeignet als Pferde.
  • In kalten Gegenden ritten Menschen auf Rentieren oder nutzten sie als Zugtiere.

Das zeigt: Menschen haben immer das Tier genutzt, das am besten zu ihrer Umgebung passt.

Pferde als Multitalente

Auch heute sind Pferde wichtig, nur auf andere Weise. In vielen Ländern helfen sie noch immer bei der Arbeit, während sie in anderen vor allem für Sport, Freizeit oder Therapie genutzt werden.

Kurz gesagt: Menschen reiten auf Pferden, weil Pferde in vielen Regionen die besten Partner für Abenteuer, Arbeit und Reisen sind. Andere Kulturen wählten einfach andere Tiere, die besser zu ihrer Umgebung passten.

 

Quellen: 
https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2021/10/die-suche-nach-dem-ursprung-der-domestizierten-pferde-ist-beendet/
https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.03.049
https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/03/seit-wann-reitet-der-mensch-auf-pferden/
https://www.spektrum.de/alias/bilder-der-woche/die-ersten-reiter-lebten-vor-5000-jahren/2116119
https://unsplash.com/de/fotos/person-in-traditioneller-kleidung-reitet-weisses-pferd-mit-adler--BeuiNDe96w
https://www.vetmeduni.ac.at/universitaet/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2019/die-urspruenge-und-historische-geschichte-moderner-pferde
https://www.derstandard.de/story/3000000242707/wie-pferde-die-welt-erobert-haben